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Situation

Mein Kind ist nach Fehlern am Boden zerstört

Ein Fehlwurf – und der ganze Abend ist gelaufen.

Was könnte gerade los sein?

Mehrere Möglichkeiten – nicht eine Wahrheit. Nichts davon ist eine Diagnose.

  • Der Fehler wird nicht als Handlung gesehen, sondern als Aussage über die eigene Person: „Ich habe schlecht geworfen“ wird zu „Ich bin schlecht“.
  • Im Jugendalter ist das Selbstbild noch stark in Bewegung. Rückmeldungen von außen wiegen deshalb überdurchschnittlich schwer.
  • Ihr Kind hat gelernt, dass Leistung Zugehörigkeit sichert – Fehler fühlen sich dann wie ein Risiko für den Platz im Team an.
  • Nach dem Spiel ist das Erregungsniveau noch hoch. Bewertungen fallen in diesem Zustand härter aus als am nächsten Tag.
  • Manchmal spiegelt sich auch eine sehr hohe eigene Messlatte – Perfektionsanspruch, nicht mangelndes Selbstvertrauen.

Was Sie tun können

  • Erst Gefühl, dann Inhalt. Analyse frühestens am nächsten Tag, und nur wenn Ihr Kind sie will.
  • Benennen Sie das Sichtbare ohne Bewertung: „Das ärgert dich richtig.“
  • Trennen Sie Person und Leistung, ohne den Fehler wegzureden: „Der Wurf war daneben. Du bist deshalb nicht schlechter.“
  • Erinnern Sie an konkrete Szenen, die gut waren – konkret wirkt, pauschales Lob nicht.
  • Fragen Sie später: „Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?“ – das verwandelt Grübeln in einen Plan.

Was eher schadet

  • „Warum hast du den Fehler gemacht?“
  • „Das war doch halb so wild.“ – klingt nach: Dein Gefühl stimmt nicht.
  • Sofortige Videoanalyse oder das Spiel im Auto nachspielen.
  • Vergleiche: „Bei dem Anspiel hättest du wie Lena einfach abziehen müssen.“

Was Sie sagen können

„Ich sehe, dass dich das mitnimmt.“

„Willst du drüber reden oder lieber erstmal deine Ruhe?“

„Was war heute schwierig?“

„Fehler gehören zum Spiel. Sie sagen nichts darüber, wer du bist.“

Mehr Formulierungen
Genauer hinschauen, wenn …
  • Selbstabwertende Sätze über Tage: „Ich bin eine Niete“, „Ich kann gar nichts“
  • Rückzug nach jedem Spiel, auch nach guten
  • Ihr Kind vermeidet Situationen, in denen Fehler sichtbar werden (Wurf, Siebenmeter, Verantwortung)
Wann professionelle Hilfe?
  • Wenn Selbstabwertung anhält und sich auf Schule und Freundschaften ausdehnt
  • Wenn Ihr Kind sich für Fehler bestraft (z. B. exzessives Extratraining, Essensverzicht)
  • Bei Hinweisen auf Selbstverletzung – dann zeitnah, nicht abwarten
Wege zur Unterstützung

Passend dazu

Nach dem Spiel: Nach einem FehlerDer eine Ball, der hängen bleibt

Ähnliche Situationen

Diese Einordnungen sind Möglichkeiten, keine Diagnosen. Sie kennen Ihr Kind besser als jeder Text. Wenn Sie unsicher sind, ist eine fachliche Einschätzung immer der bessere Weg als Abwarten.

Es geht dir gerade richtig schlecht? Hier findest du Hilfe